Nutzerhinweis: Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie in Form von Social Media und weiteren Plugins möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Weitere Details entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.
TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. - Die Schöne und das Biest

Die Schöne und das Biest

Die Geschichte nach Villeneuve (1740)

Ein reicher Kaufmann hat sechs Söhne und sechs Töchter. Die jüngste Tochter, die Schöne genannt ("La Belle"), ist bescheiden und freundlich; ihre Schwestern dagegen sind boshaft und selbstsüchtig.

Eines Tages verliert der Kaufmann seinen ganzen Reichtum, als seine Schiffe auf hoher See in einen Sturm kommen, so dass seine Familie daraufhin in ein kleines Landhaus umziehen und für den Lebensunterhalt arbeiten muss. Nach einigen Jahren hört der Kaufmann, dass eines seiner Handelsschiffe dem Sturm entkommen sei und den Hafen erreicht habe. So macht er sich auf den Weg in die Stadt, um die Ladung zu sichten.

Vor seiner Abreise fragt er seine Töchter, ob sie sich etwas von seiner Reise mitgebracht wünschten. Die älteren Töchter wünschen sich Schmuck und teure Kleider; die Schöne bittet ihn hingegen nur um eine Rose. In der Stadt angekommen muss der Kaufmann zu seiner Bestürzung feststellen, dass seine Ladung beschlagnahmt wurde, um seine Schulden damit zu begleichen, so dass ihm kein Geld bleibt, um seinen Töchtern die ersehnten Geschenke zu kaufen.

Auf seiner Rückreise verirrt sich der Kaufmann im Wald. Auf der Suche nach einem Unterschlupf gelangt er an ein prächtiges Schloss. Es ist menschenleer, doch er findet einen großen Tisch, festlich gedeckt mit Speisen und Getränken, die offenbar für ihn bereitgestellt wurden. Der Kaufmann isst und bleibt über Nacht. Als er am nächsten Morgen gerade das Schloss verlassen will, sieht er einen Rosengarten und erinnert sich an den Wunsch seiner jüngsten Tochter. Er pflückt eine Rose, da erscheint ein abscheuliches ‚Tier‘ (Bête), mit einem Rüssel ähnlich dem eines Elefanten, vor ihm. Es sagt, er habe ihm seinen wertvollsten Besitz nehmen wollen, obwohl er so gastfreundlich empfangen worden sei, nun müsse er sterben. Der Kaufmann bittet inständig, freigelassen zu werden, und erzählt von seiner jüngsten Tochter, für die er die Rose pflückte. Das Tier gestattet ihm daraufhin, der Schönen die Rose zu schenken, aber nur, wenn der Kaufmann zurückkehre oder eine seiner Töchter freiwillig an seiner Statt ins Schloss komme.

Der Kaufmann nimmt die Bedingung erschüttert an. Das Tier gibt ihm ein neues Pferd und einen Mantel mit, betont aber, dass eine Tochter wie versprochen in das Schloss kommen müsse. Zurückgekehrt versucht der Kaufmann das Geheimnis vor seinen Kindern zu verheimlichen, aber sie finden es dennoch heraus. Die Schöne, traurig darüber, dass sie ihren Vater in diese Situation brachte, erklärt sich bereit, anstelle ihres Vaters zu dem Schloss des Tiers zu gehen. Das Tier empfängt sie höflich. Es schenkt ihr großzügig Kleider, gibt ihr die besten Speisen zu essen und unterhält sie allabendlich auf das Angenehmste. Jeden Abend bittet das Tier die Schöne, mit ihr zu Bett gehen zu dürfen, doch sie antwortet ihm jedes Mal mit Nein. In ihren Träumen erscheint der Schönen dagegen immer wieder ein schöner Prinz, der sie anfleht, ihm zu sagen, warum sie ihn abweist. Sie antwortet, dass sie das Tier nicht heiraten könne, weil sie es nur als einen Freund liebe. Die Schöne sieht die Verbindung zwischen dem Tier und dem Prinzen nicht und beginnt zu glauben, dass das Tier den Prinzen im Schloss gefangen hält. Sie fängt an, ihn zu suchen, und findet mehrere verzauberte Räume, aber nie den Prinzen aus ihren Träumen.

Mehrere Monate lebt die Schöne ein luxuriöses Leben im Schloss des Tiers. Nach einiger Zeit bekommt sie Heimweh und bittet das Tier, ihre Familie besuchen zu dürfen. Es erlaubt es unter der Bedingung, dass sie in genau einer Woche zurückkehre. Die Schöne willigt ein und macht sich auf den Weg, ausgestattet mit einem verzauberten Spiegel und einem Ring. Der Spiegel erlaubt ihr zu sehen, was im Schloss geschieht, mit dem Ring kann sie in einer Sekunde zum Schloss zurückkehren, wenn sie ihn drei Mal um ihren Finger dreht. Als sie zu Hause ankommt, sind ihre Schwestern überrascht, sie gut genährt und in edlen Kleidern zu sehen. Sie werden eifersüchtig auf ihr glückliches Leben im Schloss und überzeugen sie – mit falschen Tränen –, länger zu bleiben. Sie wollen, dass das Tier wütend auf ihre Schwester wird und sie lebendig verspeist. Die Schöne ist gerührt von der falschen Liebe ihrer Schwestern und willigt ein zu bleiben.

Doch sie fängt an, sich schuldig zu fühlen, dass sie ihr Versprechen gebrochen hat und benutzt den Spiegel, um das Tier zu sehen. Sie ist entsetzt, als sie das Tier, halb tot vor Trauer, bei den Rosen liegen sieht. Sofort dreht sie den Ring, um zum Tier zurückzukehren.

Bei ihrer Rückkehr findet die Schöne das Tier fast tot. Sie weint um es und sagt ihm, dass sie es liebe. Als ihre Tränen auf sein Fell fallen, verwandelt sich das Tier in den schönen Prinzen. Er erzählt ihr, dass ihn vor langer Zeit eine Zauberin in das schreckliche Tier verwandelte, als er sich weigerte, ihr Unterschlupf zu gewähren. Sie belegte ihn mit einem Fluch, den nur wahre Liebe, die sich nicht von seiner Hässlichkeit abschrecken lasse, brechen könne. Die Schöne und der Prinz heiraten und leben glücklich zusammen.

Quelle: www.wikipedia.de