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TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. - Trainervorstellung Birgit Gowitzke

Trainervorstellung Birgit Gowitzke

Sicher kennt Ihr alle Birgit aus den verschiedensten Trainings! Sie steht in allen Kinderkursen für euch auf der Matte, trainiert aber auch die Jugend. Für sich selbst trainiert sie in unserer Erwachsenengruppe. Nebenher organisiert Birgit gemeinsame Unternehmungen und hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen von Eltern und Kindern.
Seit Corona trainiert Birgit euch natürlich auch Outdoor, ob die Sonne scheint oder es in Strömen regnet ist ihr dabei egal, und ganz selbstverständlich gibt sie auch regelmäßig Online-Trainings.

Wir haben ihr auch ein paar Fragen gestellt, damit gerade die Trainierenden, die sie noch nicht so oft auf der Matte gesehen haben, sie besser kennen lernen können.

20210513 BirgitGross
Was möchtest Du über Dich privat sagen?

Als absoluter Familienmensch bilde ich mit meinem Mann und Sohn ein glückliches Chaoten-Team. Ich erlebe mit meinen Männern gerne neue Sachen und lege sehr viel Wert auf Gerechtigkeit. Ich konnte noch nie anders und habe mich schon in der Grundschule für Schwächere eingesetzt.

Der Kampfsport begleitet Dich ja nun schon eine Weile, was waren Deine für Dich wichtigsten Stationen bisher?

Zunächst einmal, dass ich als Orangegurt als Kinder-Co-Trainer angefangen habe. Ich habe von keinem Trainer je so viel gelernt, wie von den Kindern selbst. Die Kids machen oft die Techniken nicht einfach nur, weil man es sagt - Kinder hinterfragen ganz oft. Dadurch war ich gezwungen, mich selbst sehr viel mit Techniken, Fallübungen und Bewegungen auseinander zu setzen und selber das Wie und Warum zu hinterfragen. Das hat mir sehr weiter geholfen und es ist eine Angewohnheit geworden: Inzwischen hinterfrage ich selber alles und durchdenke es, auch wenn keiner fragt.
Eine weitere große Station war die Vorbereitung auf meine Braungurtprüfung und der Prüfungstag im Dezember 1998 selber.  Diese sehr aufschlussreiche Zeit hat mich merklich geprägt. Ich habe für mich einen neuen Weg gefunden nach dem Motto: Wozu ist der Gürtel da? Er hält die Jacke zu! Mir sind Gürtelfarben egal, ich versuche mein Können stetig zu verbessern und versuche von jedem zu lernen, der etwas besser kann als ich, unabhängig von seiner Gürtelfarbe. Ich bin allerdings sehr stolz, dass ich meine bisher letzte Prüfung vor einem meiner drei großen Kampfsport Idole (Hanni Härtel) ablegen durfte und für gut befunden wurde.

Was hat Dich zum TSV (und zu uns) geführt?

Mein Bruder Andy! :-) Ich habe in meiner Berufsausbildung 1991 mit zwei Kolleginnen einen Frauenselbstverteidigungskurs an der Volkhochschule mitgemacht. Der Kurs hat mir viel Spaß gemacht und die Techniken haben mich sehr fasziniert. Also habe ich die Techniken zu Hause mit meinem Bruder geübt und ihm gezeigt. Auch er war von den Techniken begeistert und da er mich nicht in den Kurs begleiten konnte, landete er im TSV Wittenau bei der Abteilung Freizeit und Winterssport, Gruppe Jiu Jitsu. Ja ja, so lange sind wir schon dabei. Nach dem Ende meines Kurses habe ich ihn gefragt, ob es denn beim Jiu auch Mädchen gibt. Als der das bejahte, bin ich im Januar 1992 mal mitgegangen zum Probetraining. Tja und irgendwie bis heute hängen geblieben, bis auf eine kurze Babypause.

Was macht Dir besonders viel Spaß an Deinem Sport?

Die Gemeinschaft und die Vielseitigkeit des Sportes. Wir haben eine so nette und offene  Gruppe, in der jeder so genommen wird, wie er ist, wenn er dazu gehören möchte und sich nicht selber ausschließt.  Zu unserem Sport gehört enorm viel Vertrauen und ich bin eigentlich kein Mensch, der anderen Menschen schnell vertraut. Darum finde ich es bei uns so schön: ich kann den Anderen vertrauen, keiner von uns verletzt jemanden mit Absicht oder quält den Anderen, um sich überlegen zu fühlen. Man kann vertrauensvoll auch mal schwierigere oder gefährliche Sachen probieren, und man passt den Partner und die Techniken der eigenen Tagesform an, und keiner ist sauer.

Was motiviert Dich als Trainer?

Die positive Entwicklung vom unsicheren zum selbstbewussten Menschen. Egal ob es Kinder, Jugendliche oder Erwachsene beim Jiu oder auch die Damen aus meinen Frauen-Selbstverteidigungsgruppen sind. Wenn ich sehe, wie die Augen zu leuchten anfangen, wenn jemand auf sich selber stolz ist, weil er etwas geschafft hat, was sich derjenige erst nicht zugetraut hat, ist einfach klasse. Wenn ein schüchterner Mensch anfängt, dir direkt in die Augen zu gucken, wenn sich die Körperhaltung verändert und wenn dann der Spaß an dem Sport entfacht ist und man mehr über sich und seinen Können erleben möchte, das ist einfach nur toll. Ich liebe es, das Strahlen in den Augen zu sehen, wenn jemand eine schwierige Technik, die erste runde Fallübung, ein Tigerabzeichen oder eine Gürtelprüfung geschafft hat, und ich als Trainer konnte etwas zum Erfolg beisteuern. :-) Auch wenn jemand mir so vertraut, dass er mit mir Dinge üben möchte, die ihm Angst machen. Wenn derjenige sich seiner Angst stellen möchte und mich als Trainer auserkoren hat, dass ich ihm helfen darf. Da fühle ich mich sehr geehrt!

Jeder Trainer hat Dinge, die ihm liegen und Dinge, bei denen er sich verbessern möchte. Was macht Dich zu dem Trainer, der Du bist?

An mir verbessern will ich eindeutig meine Geduld und Ruhe. Ich versuche, jeden da abzuholen, wo er steht, und jeden individuell zu fördern. Solange jemand wirklich lernen möchte, kann ich, glaube ich, sehr viel Ruhe und Geduld aufbringen. Aber bei Leuten, die in meinen Augen kein echtes Interesse an dem Sport haben oder sich sogar über Andere lustig machen, da habe ich eine sehr kurze Zündschnur, denn Fairness und Gerechtigkeit sind mir sehr, sehr wichtig. 
Auch wenn Eltern von ihren Kinder sehr viel fordern, obwohl diese das noch nicht leisten können oder wenn nicht gesehen wird, dass wir Trainer ALLE das Training und die Organisation der Abteilung ehrenamtlich NEBEN unserer eigentlichen Arbeit, Haushalt, Familie usw machen, fehlt mir oft das Verständnis. Vor allem, wenn dann Sprüche kommen wie: „Dafür werdet ihr schließlich bezahlt!“ Zum Glück sind das wenige Ausnahmen und die meisten Eltern arbeiten super mit uns zusammen. Wir sind einfach ein tolles Kampfsport Team.
Da wir so ein tolles Team sind, vermisse ich nicht nur den Sport, sondern Euch! Und damit meine ich auch die vielen tollen und sehr lieben Eltern: Ihr gehört dazu! Viele kenne ich auch bereits seit Jahren und ich hoffe einfach, dass unsere „Kampfsport-Familie“ bald wieder zusammen ist und wir dann vielleicht auch mal wieder zusammen klettern und grillen können!!!