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TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. - Trainervorstellung Dietmar Gowitzke

Trainervorstellung Dietmar Gowitzke

Sicher kennt Ihr alle Dietmar aus den verschiedensten Trainings, denn er steht nicht nur für die Kinder und Jugendlichen auf der Matte, sondern führt auch den Erwachsenenkurs und gibt Online- und Outdoor-Unterricht. Seit der letzten Wahl ist er auch der stellvertretende Abteilungsleiter und Kassenwart der Abteilung.

Wir haben ihm trotzdem ein paar Fragen gestellt, damit gerade die Trainierenden, die ihn noch nicht so oft auf der Matte gesehen haben, ihn etwas besser kennen lernen können.

Was möchtest Du über Dich privat sagen?

Nobody is perfect, but a team can be. Das soll heißen: wenn man sich seine Schwächen eingesteht und lernt, mit ihnen umzugehen, und wenn man ein tolles Team hat, dessen Stärken sich ergänzen, dann kommt man gemeinsam auch durch schwere Zeiten :-).

Der Kampfsport begleitet Dich ja nun schon eine Weile, was waren Deine für Dich wichtigsten Stationen bisher?

Im Januar 1980 startete ich in Tegel mit dem Judo, schaffte dort 1985 meinen Judo-Blaugurt und begann mit dem Jiu-Jitsu in Wittenau. 1995 bestand ich meine Lehrprobe und die Prüfung zum Braungurt Jiu-Jitsu in der Sportschule Rahn. Ab 1994 begann ich damit, als Kindertrainer auszuhelfen und dann nach und nach eigene Gruppen zu übernehmen. Seit der Gründung der Jiu-Jitsu-Abteilung (davor gehörten wir zu ‚Freizeit und Wintersport‘) engagierte ich mich in verschiedenen Ämtern der Abteilungsleitung, um vernünftiges und attraktives Jiu-Jitsu zu erschwinglichen Beiträgen weiterzugeben.

20210428 DietmarPruefung1999 standen dann unglaublich viele Jiu-Jitsuka in Gi und Obi vor einer Kirche Spalier – ein phantastisches Gefühl, von so einer starken Gemeinschaft auch im Privatleben begleitet zu werden! Nach einer Kinderpause von 2003 bis 2009 kamen Birgit und ich dann wieder zurück nach Wittenau und hatten ziemlich zu kämpfen, das stark eingeschrumpfte Kindertraining nach und nach wieder aufzubauen. Ein aus meiner Sicht enttäuschender Ausflug unserer Abteilung in einen großen Ju-Jutsu-Verband endete für mich damit, dass ich zwar alle Voraussetzungen für eine Danprüfung erfüllte, dann aber für mich selbst beschlossen hatte, dass mir ein Schwarzgurt in diesem vor allem kostspieligen Verband keine weiteren 100 Euro Prüfungskosten wert gewesen wäre. Nachdem wir dann in den Verband DKKF unter der Führung von Klaus Härtel gewechselt hatten, unterstützten mich mein Bruder Rainer, unser Robert und nicht zuletzt Birgit sehr intensiv darin, mich auf eine Danprüfung vorzubereiten, die in meinen Augen diesen Namen auch verdiente. Und im Juni 2017 war es dann soweit: unter den kritischen Blicken von Klaus und Hanni Härtel bestand ich die Prüfung und bekam von Klaus den schwarzen Gürtel.
Tragischerweise mussten wir nicht einmal ein Jahr später Abschied nehmen von meinem Bruder und Sensei Rainer, der nach kurzer, schwerer Krankheit viel zu früh von uns ging. 
Im November 2018 bestand ich dann in Kiel die Prüfung zum DKKF Budolehrergrad und bekam eine Prüferlizenz erteilt.

20210428 DietmarRobert

Besonders gefreut hat mich auch, dass ich Robert zu seiner sehr starken 1.Kyu-Prüfung 2020 in Kiel begleiten konnte.

Was hat Dich zum TSV (und zu uns) geführt?

Mein großer Bruder Rainer. Der musste mich als Kind 1980 zuerst zum Judo mitschleifen, dann bin ich ihm 1985 als Jugendlicher zum Jiu-Jitsu nach Wittenau gefolgt. Nachdem er im Judo und Jiu-Jitsu den 1. Dan geschafft hatte, begann er auch noch mit der koreanischen Kampfkunst Shinson Hapkido und erreichte dort den 2. Dan. Im Gegensatz zu ihm blieb ich dem Jiu-Jitsu treu.
Im Jiu-Jitsu faszinierte mich sofort, dass hier wirklich realistische Angriffe abgewehrt wurden und es nicht nur um judotypische Wettkampf-Situationen ging. Die Kurztechniken-Lehrgänge von Jürgen Raffel haben mein Jiu-Jitsu im Kern geprägt: schnell, effektiv und nötigenfalls auch mal extrem hart – man erkennt es bei mir deutlich im Randori, denke ich. Aber auch Brigitte Daniel mit ihren Aikido- und Hebel-Lehrgängen hat mein Jiu-Jitsu beeinflusst – elegant und schwungvoll den Angreifer ausmanövrieren, umlenken und festnageln. Und von den SV-Lehrgängen von Hanni Härtel, z.T. auch bei uns in Wittenau, zehren einige von uns noch heute – das Abwehren mit Alltagsgegenständen hat sie zu uns gebracht. Das sie als Prüferin in meiner Danprüfung ausdrücklich meine ‚Power‘ gelobt hat, macht mich dementsprechend mehr als nur ein bisschen stolz.

Was macht Dir besonders viel Spaß an Deinem Sport?

Das Gefühl, im Randori den Angriffen schnell und effektiv auszuweichen und den Angreifer je nach Bedarf locker abtropfen oder auch nachhaltig ausschalten zu können. Und zu erleben, dass ich die Welt dadurch ein bisschen besser machen kann, dass ich mein Wissen und mein Können an vertrauenswürdige Menschen jeden Alters weitergeben kann, die sich damit behaupten und sich so sicherer und besser fühlen können. Und denen früher oder später das Weitergeben unserer Kunst genauso viel gibt, wie mir.

Was motiviert Dich als Trainer?

Mitzuerleben, wenn es bei meinen Schülern „Klick“ macht und ich merke, dass sie wieder einen wichtigen Aspekt der Kunst verstanden oder sogar verinnerlicht haben. Und wenn aus schüchternen „Opfern“ selbstbewusste Persönlichkeiten werden. Es ist einfach klasse, wenn eine zurückhaltende, zierliche Grundschülerin strahlend vor dem Training berichtet: „Der große Junge, der uns auf dem Schulhof immer schubsen und hauen will, den habe ich mit O-Soto-Gari geworfen und gerufen ‚Lass uns in Ruhe!‘ Und da saß er dann mit großen Augen auf seinem dicken Po, und seitdem macht der immer einen großen Bogen um uns :-)“ 

Jeder Trainer hat Dinge, die ihm liegen und Dinge, bei denen er sich verbessern möchte. Was macht Dich zu dem Trainer, der Du bist?

Eine „eher raue und gerade Selbstverteidigung im Sinne Erich Rahns“, wie Klaus Härtel das so herrlich formuliert hat. Ein ziemlich tiefes Budo-Verständnis. Gemächliche Ruhe und spontane Energiespitzen. Menschlich bleiben, mit allen Stärken und Schwächen. Verständnis und Geduld für alle, die sich bemühen. Unverständnis für Egoisten und Selbstdarsteller. 
Und das stetige Bemühen um Verbesserung meiner Messer-Abwehrtechniken ;-)