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TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. - DKKF Budolehrer-Seminar am 3.11.2018 in Kiel

DKKF Budolehrer-Seminar am 3.11.2018 in Kiel

Am Samstag, den 3.11.2018, fuhren fünf Berliner Kampfsportler nach Kiel, um am diesjährigen Theorie- und Lehrergradseminar der DKKF, unseres Kampfkunst-Verbands, teilzunehmen.

Nachdem es im letzten Jahr (wie damals berichtet) um die Themen Frauen-Selbstverteidigung, Systematik der Kampfkünste, Schmerzen im Kampfsport sowie Marketing für Vereine und Schulen ging, konnten wir uns dieses Mal in den Bereichen Geschichte der Kampfkünste, Notwehrrecht und Pädagogik im Kampfsport auf den aktuellen Stand bringen.

Durch die historischen (un-)Tiefen der Geschichte der Kampfkünste führte uns eine echte Koryphäe auf diesem Gebiet: Klaus Härtel - studierter Geschichtswissenschaftler und Jiu-Jitsu Großmeister. Unter Anwendung diverser Zeit- und Kontinental-Sprünge reisten wir von der Zeit um 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung aus dem Mittelmeerraum vom heutigen Iran aus durch die umkämpften griechischen Stadtstaaten, über römische Gladiatorenschulen und indische Paläste via China nach Japan, und wieder zurück ins europäische Zeitalter der Ritter und der hohen Minne. Nach einem weiteren Stopp in Japan zur Zeit der Meiji-Restauration kamen wir, zusammen mit dem Jiu-Jitsu, wieder nach Deutschland zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, wo wir den Siegeszug der asiatischen Kampfkünste und deren Beeinflussung durch moderne Medien mitverfolgten.

Nachdem wir auf diesem Wege mit dem Jiu-Jitsu über Erich Rahn und seinen Nachfolger Ditmar Gdanietz wieder zu dessen "Schüler" Klaus Härtel in die Kieler Sportschule Yawara und in die Gegenwart gelangt waren, klärte uns Polizeikommissar Skarthe Sebelin (4.Dan Jiu-Jitsu) detailliert und anschaulich über die Tücken und Rettungsstricke im deutschen Notwehrrecht auf. Klar verständlich und anhand eindringlicher Beispiele wurde uns erläutert, dass man sich zwar bei jeder körperlichen Auseinandersetzung dem Vorwurf einer Straftat gegenübersehen kann - aber ebenso, an welche "Spielregeln" man sich dabei halten muss, um im Falle der Selbstverteidigung mit einiger Wahrscheinlichkeit straffrei davon zu kommen.

Den abschließenden Part über die Pädagogik im Kampfsport übernahm nun wieder Klaus Härtel - immerhin erfahrener Gymnasiallehrer, und somit mit Theorie und Praxis der Pädagogik hinreichend vertraut. Nach hilfreichen Erklärungen, wie Didaktik und Methodik aktueller Pädagogik auf die speziellen Anforderungen moderner Kampfkünste angewendet werden können, um spannendes, effektives und effizientes Kampsporttraining für verschiedenste Zielgruppen zu gestalten, kamen angeregte Diskussionen auf, wie es in einer größeren Gruppe von erfahrenen Kampfsportlern verschiedenster Künste, von denen immerhin ein gutes Drittel selbst z.T. langjährige Erfahrung im Unterrichten von Kampfsport hatte, nicht anders zu erwarten gewesen wäre. Viele wichtige Erlebnisse und Hinweise machten diese Gespräche zu einem sehr fruchtbaren Teil des Pädagogik-Parts - offenbar ganz genauso, wie Klaus Härtel das auch geplant hatte. Was gleich ein prima Beweis dafür war, wie gut moderne Pädagogik funktionieren kann.

Nach dem Abschluss des sehr informativen Seminars gab es wieder die Möglichkeit, sich (bei Erfüllen bestimmter Voraussetzungen) einer Prüfung zum Budolehrer-Grad zu unterziehen. Nachdem dies im vergangenen Jahr niemand versucht hatte, stellten sich diesmal zwei Jiu-Jitsu-Meister aus Berlin dieser Herausforderung. Nach einer eingehenden Prüfung bekamen schließlich unser Prüfer Sascha Wölck und unser Trainer Dietmar Gowitzke von Großmeister Klaus Härtel die entsprechenden Urkunden und Abzeichen überreicht und dürfen sich nun DKKF Budolehrer nennen.

Unseren herzlichsten Glückwunsch!

20181103 DKKF Budolehrer